Zusammenarbeit von Reinigungsroboter und Reinigungspersonal

Experteninterview mit Sven Lokenvitz, Application Expert Building Care and Robotics bei Diversey Deutschland

Thema: Zusammenarbeit von Reinigungsrobotern und Reinigungspersonal in der Praxis

Zusammenarbeit Reinigungsroboter und Reinigungspersonal

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Robotikexperte Sven Lokenvitz ist seit 17 Jahren bei Diversey und verfügt über ein sehr breites Markt und Branchen Know-how sowie Expertise im Bereich der professionellen Gebäudereinigung. Von Beginn an begleitet er den TASKI Intellibot, kennt alle Entwicklungsschritte der Robotertechnologie von TASKI und begleitet den Roboter auch in der Praxis. Sven Lokenvitz weiß also genau, wie sich der TASKI Intellibot im Praxiseinsatz verhält und wie er zusammen mit dem Reinigungspersonal die professionelle Reinigung produktiver macht.

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Interview

Redaktion: Herr Lokenvitz, zuerst interessiert uns die wohl meist gestellte Frage: Wird in Zukunft, trotz Einsatz von Reinigungsrobotern, noch Reinigungspersonal benötigt?

Sven Lokenvitz: 
Ja, das Reinigunspersonal ist auch für die Zukunft weiterhin notwendig. Menschen verfügen über sensorische Fähigkeiten, die die Robotik in den nächsten Jahren noch nicht erlangen kann. Dazu gehören neben der Fingerfertigkeit und den visuellen Fähigkeiten von Menschen, auch die Fähigkeit Situationen einzuschätzen und zu bewerten, wie Verschmutzungsgrad und Reinigungszustand.

Reinigungsroboter sind momentan als Spezialisten zu sehen, die als Bodenreinigungsmaschine eben nur diese Aufgabe in immer gleichbleibender Qualität erfüllen können. Das Reinigungspersonal ist eher als multifunktioneller Allrounder zu sehen, der sowohl manuell als auch maschinell unterstützt eine Vielfalt von Aufgaben bewältigen kann. 
 
 
Redaktion: Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Reinigungsroboter werden das Reinigungspersonal also nicht ersetzen?
 
Sven Lokenvitz:
Nein. Momentan geht es nicht um den Ersatz von Menschen als Reinigungspersonal, sondern um die Kompensation des demografisch fortschreitenden Personalmangels. Die Reinigungsroboter sollen entlastend monotone, immer wiederkehrende Arbeiten, wie die Reinigung täglich anfallender Bodenflächen, abarbeiten und so freie Zeiten für andere Aufgaben des knappen Reinigungspersonals schaffen, die eine höhere Sensibilität für die Entfernung von Verschmutzungen benötigen, wie zum Beispiel die Entfernung von Fingerabdrücken auf Glas oder auch Sanitärreinigung. Dadurch lässt sich in gleicher Zeit eine größere Fläche reinigen, was einen positiven Effekt auf die Wirtschaftlichkeit der Reinigung hat.
 
 
Redaktion: Abschließend interessiert uns noch, wie sich die Zusammenarbeit von Reinigungsrobotern und Personal in der Praxis gestalten könnte. Was sagen Sie als Experte?
 
Sven Lokenvitz:
Die Zusammenarbeit zwischen Roboter und Reinigungspersonal ist aufzusplitten in kollaboratives Arbeiten, also Seite an Seite in einem Bereich, und autonome Reinigung der Roboter, während das Reinigungspersonal ausserhalb des Bereichs andere Aufgaben abarbeitet. Da der Swingobot 2000 mit seinem Operator kommuniziert und bei Hindernissen auf seiner Route z.B. via SMS diese an den Operator meldet, müssen die Operator nicht permanent präsent sein.
 
 
Redaktion: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein derart wichtiges Thema genommen haben, Herr Lokenvitz. 
 
 
Mehr über die Praxistauglichkeit des TASKI swingobot 2000 erfahren Sie im Bericht über die Automated Cleaning Challenge der Deutschen Bahn.
 

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